LOHAS: Versuch einer Erklärung.
Über LOHAS [Lifestyle of Health and Sustainability] den “Lebensstil, der sich an Gesundheit und Nachhaltigkeit orientiert” wurde bereits viel gepostet. Mein Beitrag soll helfen, diese wichtige Idee und diese Geisteshaltung noch weiter hinaus zu tragen. Aus der Feder des mit mir zeitgleich gereiften Zukunftsforschers Mathias Horx und den Autoren seines Frankfurter Zukunftsinstitutes, stammen einige, meiner Hintergrundinformationen. Man kann zum Thema eine aktuelle Studie käuflich erwerben, die ich mir mal angeschaut habe ( Bestellen s.u.). Auch wichtig, die Originalquelle aus den USA - hier.
Mit LOHAS kommt jetzt etwas auf uns zu, das beim Trend nicht bleiben wird. In wenigen Jahren, vielleicht in einem Jahrzehnt, wird es zu unser aller bestimmenden Lebenseinstellung werden. Indizien dafür sind allerorts gut zu erkennen. Viele leben LOHAS bereits, [ohne zu wissen, das es in Soziologie und Marketing so bezeichnet wird] weil sie möglicherweise intuitiv in ihrem Streben nach Authentizität schon eine Weile so handeln und folgende Definitionsparameter unbewußt auf ihre persönlichen Fahnen geschrieben haben:
- > postmateriell
- > Selfness / Wellness
- > spirituell
- > moralischer Hedonismus
- > medienkritisch
- > kulturinteressiert
- > Info-orinientiert
Sehr reduziert geht es einfach darum, einen Paradigmenwechsel, also einen gesamtgesellschaftlichen Wertewandel zu vollziehen. So weichen Status und Prestigedenken dem Streben nach mehr Lebensqualität. Die soziale Differenzierung weicht dem individuellen Wohlergehen. Konkurrenzdenken löst das Streben nach innerem Wachstum ab. Aus der Massengesellschaft erwacht eine Gesellschaft der Individuen. Luxusgüter werden als Fetisch abgetan und ersetzt durch den Wunsch nach mehr Service- und Erlebnisqualität. Unterm Strich ist der generelle Antrieb nicht das Mehrverdienen, sondern das Bedürfnis nach mehr persönlicher Zeit und positiven Werten.
Der frühere “Otto Normalverbraucher”, könnte also zukünftig “Otto Authentis” heißen und erstaunliche Wertvorstellungen für sich in Anspruch nehmen, wenn er es nicht sogar heute schon rege tut:
- > Qualität statt Discount
- > Authentizität statt Spaßgesellschaft
- > Spiritualität statt Glauben
- > Partizipation statt Repräsentation
- > Ankunft statt Steigerung
- > Werte statt Ironie
Nun könnte man kritisch anmerken, das alles sei ein alter Hut. Die “grünen Ideen” und ähnliche gute Werteansätze gab es schon mal. Ja - aber eben nur ähnlich, und nicht in dieser Form. Ganz viele Bevölkerungsgruppen wurden nicht erreicht oder fühlten sich nicht angesprochen. Tatsächlich lebten viele Menschen und Firmen doch lange weiter mit dem Ziel, durch Umsatz- und Einkommenssteigerungen mehr Macht und Ansehen zu gewinnen. Koste es was es wolle. Nach mir die Sintflut. Sie wissen schon “Mein Haus, Mein Auto, Mein Boot”.
Der Klimawandel mit seinen vielen Katastrophen, die getarnten Kriege um knapper werdende Resourcen, das ewig gleiche, nichtsbewegende Politgeplänkel und die zahlreichen Industrieskandale mögen auch dafür gesorgt haben, das Viele nun ein anderes, ein wertschätzendes Denken an den Tag gelegt haben. Bücher wie “Der Popcorn Report” oder “Simlyfy your Life” waren vor Jahren erste Vorboten…
Umdenken auch für die Industrie: In zehn Jahren werden die Umsätze der “LOHAS Betriebe” [Gute Sachen für eine gute Welt: Solartechnik, Windräder, Energiesparautos, Biolebensmittel etc. etc.] größer sein, als die der Schwerindustrie UND der Automobil-Industrie zusammen!!! Das fördert neue Arbeitsplätze. Und neue Denkstrukturen. LOHAS sind Zielgruppe und Macher einer neuen, aktiven Mitte..:::
Bleiben Sie wertschätzend: Det Mueller
Lohas steht für "Lifestyle of Health and Sustainability", dem Lebensstil, der sich an Gesundheit und Nachhaltigkeit orientiert. Er gilt heute u.a. als Synonym für Strategischen Konsum, Wertschätzung und Dankbarkeit.
Beobachtet und vorgestellt von Det Mueller, nachhaltig denkender Mensch, Künstler (Mario van Middendorf), Autor und Ex-Werbeprofi aus Köln. Herzlichen Dank an jetzt 15.000 Leser monatlich...
14. Juli 2008 um 16:32 Uhr
Gerd K. Schaumann sagt,
LOHAS - ein Lifestyle für u n d in Unternehmen …
Dieser Trend hat sehr viel mit SELBSTVERANTWORTUNG und KOOPERATION zu tun. Das betrifft sowohl Unternehmen, aber besonders die darin /dafür Tätigen. Deshalb ist unser VerbändeNetzwerk menschen machen wirtschaft eine “geborene” Partnerschaft zu LOHAS. Wir meinen, dass Unternehmen, die auf dem Gedanken “KOOPERATION” aufbauen, also das “Miteinander” und weniger “Gegeneinander” organisieren, auch eine andere Qualität der Verantwortlichkeit verkörpern. “Ich lasse für mich arbeiten …” ist im Grunde kaum eine gehaltvolle Aussage, die Gesundheit und Nachhaltigkeit repräsentiert. Da klingt “wir lösen das in kooperativer Sicht” doch wesentlich “gesünder”. LOHAS sieht den ganzen Menschen, nicht nur den konsumierenden Teil. Deshalb sollte auch angeschaut werden, welches die Umstände sind, unter denen Leistungen und Produkte entstehen. Mitarbeiterbeteiligung wäre dann nicht mehr eine Besonderheit, sondern Minimalstandard, um nachhaltig “gesund zu Wirtschaften”. Die Fragen wären vielleicht zu erweitern: “Was machst Du - Womit machst Du das - Wie machst Du das - Mit wem machst Du das - Wie wirkt sich das Gemachte aus”. Eigentlich kein Problem: Der Lifestyle “Health” impliziert “Kooperation” und schaut sich folgerichtig Unternehmen ganzheitlich an. Im übrigen sind unsere Erfahrungen mit “kooperativ aufgestellten Unternehmen” auch sehr positiv, was deren Nachhaltigkeits-Bewusstsein betrifft. Kaum vorstellbar, dass Unternehmer, die “Menschen” sehen und diese nicht auf “Arbeitnehmer” reduzieren, zu einer Haltung neigen: “Hauptsache Umsatz - ganz gleich mit welchen Folgen”. Wäre es nicht schön, wenn der “ganze Körper” gesund handelt nicht nur einige Teile….?!