“Über Greenpeace und andere Sekten”: Interview mit Matthias Horx zum Umweltschutz als Ersatzreligion
Mattias Horx, Frontmann des ZukunftInstitutes, Zukunftsforscher, Herausgeber und Autor der LOHAS Studie kritisiert in seinem neuen Buch “Anleitung zum Zukunfts-Optimismus” das bei vielen Menschen neuerdings übersteigerte Engagement für nachhaltigen Umweltschutz als instrumentalisierte Ersatzreligion. Sein Stichwort: “Tanz um das grüne Kalb”. Horx verweist mehrfach darauf, dass ein Trend gewisser gesellschaftlicher und politischer Gruppierungen darin bestehe, Panikmache zu Weltuntergangsszenarien aus populistischen Gründen für eigene Zwecke zu schüren und dabei zu vergessen, das sich die Welt in den letzten Jahren überdurchschnittlich verbessert habe…
Als nicht besonders gutes Beispiel führt er unter anderem den Umweltfilm von Al Gore auf, in dem nach neuesten Erkenntnissen mindestens 8 gravierende Fehler zu finden seien. Auch bezeichnet er einige Methoden von Greenpeace als zumindest nachdenklich machend. Immer wieder seien erstaunlicherweise gerade zu Zeiten politischer Instabilität, Weltuntergangsszenarien aufgetaucht, die in Wahrheit über andere Probleme hinwegtäuschen sollten. In diesem Zusammenhang erinnert er an die Hexenverbrennungen im Mittelalter, die zum Ende der “kleinen Eiszeit” angefangen hätten und letztlich nur als ein politisches Instrument zu sehen seien, mit der man die Massen einschüchtern konnte, um von anderen Problemen abzulenken. Jede Zeit braucht ein große Erzählung, und in unserer Zeit sei die Angst vor Naturkatastrophen DIE jetzige große Geschichte.
Horx ist selbst vollkommen für Umweltschutz, aber gegen Panikmache und Katharsis. Immer wieder, so Horx, müsse man sich auch erinnern und wertschätzen, wie schön und wie gut unsere Welt funktioniere und heute dastehe. Es dürfe aber nicht hingenommen werden, das das “frühere Rosenkranzbeten heute durch das Zählen leerer Joghurtbecher im Keller ersetzt würde”, nur um der Mittelschicht ein bequemes Instrument der Schuldzuweisung an die Hand zu geben und von der Eigenverantwortung abzulenken. Das wäre nämlich nichts weiter als die Basis zu schaffen für ein neues ökologisches Spießertum ohne Anspruch und Willen auf wirklich progressive Weiterentwicklung.
Aber bitte, hören Sie selbst und bilden Sie sich Ihre eigene Meinung…:::
Lohas steht für "Lifestyle of Health and Sustainability", dem Lebensstil, der sich an Gesundheit und Nachhaltigkeit orientiert. Er gilt heute u.a. als Synonym für Strategischen Konsum, Wertschätzung und Dankbarkeit.
Beobachtet und vorgestellt von Det Mueller, nachhaltig denkender Mensch, Künstler (Mario van Middendorf), Autor und Ex-Werbeprofi aus Köln. Herzlichen Dank an jetzt 15.000 Leser monatlich...