Mittwochsglück : Dancing in the rain.

Glückstrainer Wolff Horbach schrieb gestern so schön, dass er gespannt sei, was heute kommen würde. Und ich war es auch, denn es steckte kein Plan dahinter, bis auf die Tatsache, dass ich mir vorgenommen hatte, genauer auf bestimmte Dinge zu achten, die vermutlich sehr vielen Menschen passieren. So wirds wohl eine Glückswoche…
Um 2.30 Uhr ging ich heute Nacht ins Bett. Um um 7.30 wurde ich - Gott sei Dank - geweckt von unglaublich starkem Blätterrauschen. Völlig verschlafen drehte ich mich zum Fenster, blinzelte weggetreten ins Licht: es regnete wie von Sinnen und tut es immer noch. Wie vom Blitz getroffen sprang ich auf und rannte durch die Zimmer, um die Fenster zu schließen. Dann runter auf die Terrasse, wo der geöffnete Sonnenschirm drohte wegzufliegen. Leicht angenässt sprang ich erschrocken und instinktiv zurück ins trockene Wohnzimmer und stutze.
Ich drehte mich noch einmal um, sah auf den Balkon und beschloss spontan noch einmal raus zu gehen. Ja! Mein Gott, was für ein herrliches Gefühl allein auf der Terrasse zu stehen, nackt, halbschlafend, die Arme auszubreiten und den warmen Sommerregen völlig aufregend und bewusst zu spüren, einfach laufen zu lassen. Jeden Tropfen und den wahnsinnigen Schwall aufzunehmen. Klitschnass zu werden und zu lachen. Keine Dusche dieser Welt kann da mithalten! Wann hatte ich das zuletzt gemacht! Ich kann mich nicht erinnern.
Das kleine Glück besteht darin, dass ich ES GETAN habe und nicht nur als Wunsch gedacht! Das ist das Entscheidende im Leben überhaupt und wurde von mir oft genug sträflich vernachlässigt. Was nützt die beste Idee, wenn sie nicht umgesetzt wird! Sicher keine Heldentat, über die ich unter normalen Umständen hier berichtet hätte. Aber genau das ist ja der Punkt: Das Leben besteht aus vielen kleinen Mutproben und Taten. Es kostet Überwindung die eigene Komfortzone zu verlassen, aber es bringt ungleich mehr an guter, kraftvoller Energie.
Dazu kommt, dass ich ohne Regen wahrscheinlich verschlafen hätte. Peinlich, denn ich hab um 10.00 Uhr einen wichtigen Termin in einer anderen Stadt, mit dem neuen Steuerberater. Nun bin ich blitzwach, getrocknet und trinke meinen heißen Kaffee, während ich hier schreibe. Gleichzeitig kommt wie zur Bestätigung aus Wolffs Glücknewsletterpool heute der Satz auf den zweiten Monitor:
«Glück liegt in der Tätigkeit - es ist ein stömender Fluss, kein stehendes Gewässer.» (J.M. Good)
Ich bin begeistert. Denn eine weitere Botschaft steckt im Geschehen. Gestern wußte ich noch nicht was ich schreiben würde und dann kommt wieder einmal das Thema von ganz allein. Ein Geschenk des Himmels! Danke! Es gibt nur wenig bessere Tagesanfänge…:::
Lohas steht für "Lifestyle of Health and Sustainability", dem Lebensstil, der sich an Gesundheit und Nachhaltigkeit orientiert. Er gilt heute u.a. als Synonym für Strategischen Konsum, Wertschätzung und Dankbarkeit.
Beobachtet und vorgestellt von Det Mueller, nachhaltig denkender Mensch, Künstler (Mario van Middendorf), Autor und Ex-Werbeprofi aus Köln. Herzlichen Dank an jetzt 15.000 Leser monatlich...
25. Juni 2008 um 13:10 Uhr
Wolff Horbach sagt,
So ist das Det: Wenn man Glück erwartet, zeigt es sich auch in Dingen und Erfahrungen, die man sonst als unangenehm empfinden würde. Es sind meistens die Konzepte in unserem Kopf, die uns ständig in “gut” und “schlecht” urteilen lassen; zB “nass werden ist schlecht”.
Wenn man sich aber auf den Zauber des Augenblicks einlässt - auf das HIER und JETZT - dann ist das Glück ganz nah.
25. Juni 2008 um 16:45 Uhr
Horst sagt,
Ja, genau. Auf die Einstellung kommt es an. Vermutlich hätte ich auch eine bessere, wenn ich wenigstens bis 7:30 Uhr schlafen dürfte.

Beim Krankenhausbesuch vorhin war der Patient auch am Anfang ziemlich muffelig. Das hat mich glatt so angesteckt, dass ich die Parkzeit um 2 Minuten überschritt und deswegen nochmal zurück zum Automaten musste. Zum Ausgleich habe ich zuhause gleich mein Handy runter geschmissen. Zum Glück hat es überlegt. Aber jetzt fängt auch gerade der Regen an. Also wird nun ja alles gut…
28. Juni 2008 um 14:37 Uhr
Det Mueller sagt,
@ Wolff
Der “Zauber des Augenblicks” ist genau das Schlüsselwort und goldrichtig. Aufnehmen und geniessen…
@ Horst
Pech geschieht natürlich auch jedem von uns. Entscheidend ist aber, dass man sich nicht ärgert, sondern die Dinge als gegeben akzeptiert und weiterhin auf Gutes achtet. Ich wette, 364 andere Tage im Jahr, fällt dir das Handy nicht hin…