Zeit für Werte: Die Andersmacher vs Immer-so-Weitermacher.

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Mein Bild zeigt einen meiner Lieblingsplätze in meiner Lieblingsstadt Paris, ein Stück heile Natur und Rückzugsmöglichkeit für manche Mittagspausen. Rest energy fürs Träumen inmitten einer pulsierenden Gesellschaft. Sinnbild für “Festhalten” in einer Zeit, in der Alles unterzugehen scheint?

Die Finanzkrise war der tipping point einer viel tiefer gehenden Krise, nämlich die unserer Leadershipmodelle. Okay, die Handlungsspielräume schrumpfen und Unternehmen klagen, dass sie einem Diktat unterworfen seien, das keine Alternativen zu bieten hat. Lediglich die Motivation eliminiere.

Wer aber glaubt, seine Motivation zu verlieren kann nur seine Perspektiven ändern!

Und das ist genau der Punkt, der uns Deutschen solche Probleme bereitet. Festhalten bis der Kahn sinkt und man an der Reling angeschweißt mit untergeht - ist für zahlreiche Managementführer offensichtlich eine Option. Das Opel-Drama oder das Mehdorn-Drama sind Beispiele. Und zum Schluss rufen sie nach dem Staat. Ohne Skrupel. Die Gesellschaft blutet fürs persönliche Versagen. Und die Politik, ähnlich in ihrer Führungsmethodik gestrickt, unterstützt das alles. Absolut kontraproduktiv: Statt diese Milliarden in neue Ideen zu investieren, wird versucht das untergehende Schiff notdürftig zu reparieren. Aber glaubt Berlin ernsthaft, dass danach mehr Menschen dieses “Mittelmaß-Vehikel ohne besondere Vorkommnisse” kaufen werden?

Dabei gibt es genügend Grund zum Optimismus: Wertschöpfung auf neue Weisen entwickeln! Und dabei den gesamtgesellschaftlichen Placeboeffekt nicht unterschätzen: Die Hoffnung! Und ihre Träger. Wie Barack Obama. Und die vielen, vielen kleineren Baracks, die es auch in unserem Lande gibt (s.a. Karl Gamper “Es ist alles gesagt”, oder Alexandra Hildebrandt “Die Andersmacher”). Soll heißen, andere Wege gehen bringt Erfolg! Es muß überhaupt nicht alles bleiben wie es immer war. Nur Veränderung ist Fortschritt. Und dass war schon immer so. Aber wir alle sind satt und träge geworden. Unternehmer wie Verbraucher. Es ist ja auch schön, wenn alles läuft. Aber das tut es nicht mehr. Deshalb gefragt, Qualitäten der Gründerjahre: Neudenken, Umpositionieren, Weglassen, Rückbesinnung auf tatsächliche Werte-Kompetenzen. Ärmel hoch und raus aus dem alten Statusdenken. Nicht auf dem Golfplatz vor sich hin stoffwechseln, sondern wertschätzend neu machen…

Hoffnung heißt in diesem Zusammenhang nämlich auch, dass alle Menschen gerne bereit sind zu glauben, wenn von den richtigen Leuten, die richtigen Botschaften gesendet werden. Wie anders ist zu erklären, dass Coaches und Mental-Berater zu den absoluten Wachstumsbranchen zählen.

Also lassen sich Unternehmensführer etwas einfallen. Für den Handel etwa bedeutet das, “Wer Hoffnung verkaufen will, muss Produkte anbieten, die vom Käufer eine gewisse Anstrengung verlangen, reine Convenienceprodukte sind ohne Erinnerungswert” (David Bosshart, GDI, CH). David führt hier die Textilbranche an: “Hier war stets klar, dass saisonale Kollektionen das Tun bestimmen. Dann kam H&M und brachte die tägliche Frische”. Von da an gabs jeden Tag Schlangen vor den Umkleidekabinen, denn es wurde das Gefühl erzeugt, “Kaufst Du heute nicht, ist es morgen weg”. Vor Jahren noch undenkbar. Leider nicht alles nachhaltig produziert, aber hier gehts mir mehr um das Prinzip.

Aber ja, das ist doch der Punkt: Hinterfragen, Andersdenken und Andershandeln. Dann klappts auch mit den Kunden wieder und das Jammern hört auf. DocMorris, die ungewöhnliche Apotheke hat so gehandelt. Und gestern von Berlin eins auf die Mütze bekommen: Sie dürfen keine Kette in Deutschland aufbauen! Obwohl es für alle Verbraucher toll wäre - aber die Lobbyisten der alten Apothekenwelt haben ihre Agenten losgeschickt, die Regierung “einzunorden”. So wird Fortschritt aufgehalten. Aber ich bin mir sicher, Unternehmer wie DocMorris finden andere Wege. Positive Energie ist nicht aufhaltbar! Sonst säßen wir heute noch in Höhlen.

Das Leben in Echtzeitstimmung funktioniert zudem heute mehr über soziale Ansteckung. Lohas, oder besser, der Gedanke der wertschätzenden Nachhaltigkeit brachte in den vergangenen Jahren die deutliche Rückkehr des sozialen Reichtums als Fortschritt: Familie, Freunde und Gesundheit - die Lust am eigenen Leben schafft die Mehrwertthemen der Zukunft. Noch einmal David Bosshart zum gewaltigen Potenzial der Mittelschicht: “Wer in der Mitte Hoffnung verkaufen kann, schafft den Humus, auf dem die Zukunft wächst”.

Bleiben Sie wertschätzend ein Mitmacher: Herzlichst Det Mueller

Geschrieben in Lohas Wissen, Lohas Menschen, Lohas Life

1 Kommentar bisher

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  1. 20. Mai 2009 um 14:51 Uhr

    Dori sagt,

    Lieber Det,

    schön zu sehen, dass das Feuer (immer noch) in Dir brennt, dass Du immer noch leidenschaftliche Beiträge aus Deinem Herzen heraus schreiben kannst – ich hatte sie ein wenig vermisst. Bitte mach weiter so, denn gerade in der heutigen Zeit brauchen wir dringend „Wachrüttler“wie Dich.

    Herzliche Sonnengrüße
    Dori :-)

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