Lohas Kritik als Buch: Kathrin Hartmann
Samstag, 28. Nov 2009 15:21 von Det Mueller
Wenn das Männermagzin GQ in seiner Printausgabe tatsächlich auch die neuste Entwicklung aus dem Hause Porsche als Eco Car anpreist, dann kann einem wirklich schlecht werden. Der Porsche Panamera spuckt mit Turboaufladung 286 Gramm CO2 pro Kilometer aus dem Auspuff, also mehr als die doppele Menge, die die EU in ihrer Abgasverordnung als Obergrenze festgeschrieben hat.
Solche menschenverachtenden Marketingentscheidungen, muß man nicht gedankenlos hinnehmen. Allerdings gibt es davon immer weniger und deswegen verstehe ich das Buch der früheren Stern Neon Redakteurin Kathrin Hartmann auch nicht so ganz, die sich nämlich in “Ende der Märchenstunde” offenbar heftig darüber echauffiert, dass die ganze LOHAS Bewegung eine reine Augenwischerei sei…
„Es gibt kein richtiges Einkaufen im falschen Wirtschaftssystem,“ sagt Kathrin Hartmann, “denn eine der größten Stärken der kapitalistisch geprägten Konsumgesellschaften ist ihre Fähigkeit, Abweichler und Kritiker durch oberflächliche Assimilation in die eigenen Reihen zurückzuholen. Das Zauberwort, mit dem das bislang noch immer gelungen ist, lautet Mode, und die Zauberkünstler, die sich auf diese Assimilation verstehen, sitzen in den Marketingabteilungen der Wirtschaftsunternehmen.”
Kathrin Hartmann führt in „Ende der Märchenstunde“ die Mechanismen vor, mit denen diese Wandlung gelingt und präsentiert Manifestationen dieses Prozesses wie Utopia.de, der Sammelpunkt der deutschen LOHAS im Internet. Dort erfreut sich die „riesige Gruppe erwachender Konsumenten“ an der Unmenge von nachhaltig und ökologisch produzierten, fair gehandelten Produkten, die „einzigartig, ausgefallen und stylish daherkommen, aber dennoch nicht darüber hinwegtäuschen können, „dass es nichts weiter als zusätzlich produzierter Überfluss und Luxus ist.“
Ich gebe unumwunden zu, dass ich das Buch noch nicht gelesen habe und die Textauszüge oben, aus anderen Presseberichten stammen. Insofern halte ich mich mit weiterer Kritik erst mal zurück. Dennoch keimen bei mir Verdachtsmomente, dass einige Ausreißer zum Ansatz einer kritischen Betrachtung genommen werden, die der ganzen Bewegung nicht helfen werden noch kritischer zu werden, sondern nur neue Barrikaden aufbauen.
LOHAS mit all seinen Spielarten, ist immer noch recht jung, und man sollte Ideen, die einen gesamtgesellschaftlichen Wertewandel initiieren, Zeit zur Entwicklung geben. Fortschritte sind nämlich tatsächlich feststellbar, dass kann auch Frau Hartmann nicht abstreiten…
Bleiben Sie kritisch wertschätzend: Ihr Det Mueller