JogBlog Tag 02: Morgenlauf für Liebe und Leben

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[INTRO] Angeregt durch Beiträge auf Christines Blog habe ich mir vorgenommen, jetzt täglich mindestens 7 Tage lang eine kleine Runde von etwa 4 km zu joggen. Verbunden mit der Hoffnung, eine positive Sucht zu entdecken, die mir nicht nur das Hirn mit frischem Sauerstoff freibläst, sondern auch mein derzeitiges, weit überhöhtes Kampfgewicht von 92kg bei knapp 180 cm wenig trainierter Körperlänge, spürbar reduziert. Da ich ein undisziplinierter Mann bin, der nur ungern eingefahrene Komfortzonen verläßt, habe ich mich entschieden, meine Quälerei öffentlich zu machen – getreu dem Managermotto „Blamiere Dich täglich“ – um mein Vorhaben nicht sang- und klanglos, womöglich schon nach dem dritten Lauf aufzugeben. Ich brauche also Eure Unterstützung und Tipps…

[Tag 02] Samstag, 05. Juni 2010. Morgens, 7.45 Uhr!

Bitte fragt mich nicht, wieso ich in Allerherrgottsfrühe auf die Idee komme zu joggen. Zumal ich gestern Abend mit einigen Freunden beim Bier ziemlich versackt bin und erst um 2.00 Uhr im Bett war. Aber heute stand ich um 7 senkrecht und mir geht es gut. Etwas noch im Tran, aber immerhin in der Lage, nach leichtem Aufwärmen beim Yoga (10 Minuten), die Rennlatschen überzustülpen und loszudüsen…

Na ja, „losdüsen“ entspricht nicht der Wahrheit, ist poetische Überhöhung. Ich laufe ohnehin meist langsam, um im Puls zu bleiben. Langsamlaufen, kleine Schritte, kleeeeiiiine Schritte – hab ich ja vor Jahren von unserem seligen Ulrich Strunz (67) gelernt. Obacht, was heißt hier selig! Der Mann lebt nach wie vor und ist vermutlich immer noch sehr gebräunt, um die Wirksamkeit seiner Laufschule „Forever Young“ zu untermauern. Nun gut, zurück auf die Straße, mit ihren harten Wahrheiten.

Mein rechtes Knie meldet sich heute bereits nach sieben Minuten, also exakt zu der Zeit wo ich das erste Mal schlapp mache. Aber mein Geist scheint wacher zu sein: ich weiß nämlich auch warum ich nach 7 Minuten bereits schwächele. Da hab ich nämlich die erste Steigung hinter mir und die liegt ziemlich am Anfang des Weges, schon auf den ersten 800 Metern ( 2 Runden Stadion – you remember?). Da bin ich noch gar nicht richtig warm. Also gut, ich gehe 2 Minuten. Erste Unterbrechung also. Und ist völlig okay! Was ich versuche, ist ein neuer Trainingseinstieg. Und Training heißt nix anderes als üben!!! Das muss man sich selbst immer vor Augen führen. Selbstmotivation!

Der Morgen hat enorme Vorteile. Selbst in den Schatten der Büsche, wo sich gestern die Wärme staute, empfängt mich eine frische, wunderbar klare Morgenluft. Es ist herrlich. Alles ist noch ziemlich still, wenig Hunde mit Anhängsel. Eine weitere Joggerin. Sonst Niemand. Der Kopf wird wach und ich genieße die Momente. Die Strecke wird flach und ich laufe bereits mehr als die Hälfte des Weges. Bin viel zu schnell, aber es funktioniert. Komischerweise schmerzt das Knie beim Laufen nicht, eher in den Gehpausen. Komfortzonen ausweiten, leichten Schmerz ertragen – schießt es mir durch den Kopf. Irgendwie geht das gut, zumindest viel besser als ich dachte. Also Leute schwingt die Hufe und versucht es auch. Die wichtigste und härteste Prüfung scheint allein im Kopf zu passieren. Wenn der lernt, dass das gut ist, was ich da mache – und das geht nur, wenn man sich geduldig zeigt und nicht übertreibt, kanns was werden…

Resultat: 25 Minuten Körper, Geist und Seele gelüftet. Bin also heute zu schnell unterwegs. 3 Gehpausen á 2 Minuten. Atem geht ruhig. Knie ist okay. Große Freude über die Tatsache, dass ich früh aus den Federn war. Morgen gehts weiter und jetzt gibts Frühstück!

Bleibt wertschätzend zu euch selbst: Herzlichst Det Mueller

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