Die Lebensmittelindustrie feiert Sieg über Verbraucher! Aber wir lassen uns das nicht gefallen…
Dienstag, 20. Jul 2010 14:27 von Det Mueller

“Das Gespenst der Ampel hat endgültig seinen Schrecken verloren“, oder “der Vuvuzela Terror der Ampelbefürworter” sei endlich gescheitert. So feiert das Branchenblatt der Lebensmittelindustrie, die “Lebensmittelzeitung“, die Niederlage der Ampelbefürworter im Europäischen Parlament am 16. Juni diesen Jahres - ich hatte davon berichtet.
Warum aber freuen ausgerechnet die sich so, die uns Verbrauchern täglich das Essen und die Energie auf die Teller liefern sollen? Ganz einfach: es geht um viel viel Geld, das jene nicht verdienen würden, wenn die Ampel gekommen wäre…
Mindestens eine Milliarde Euro sind nach eigenen Angaben der Konzerne in ihre Lobbyarbeit geflossen! Diese Summe muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen!!! Eine Milliarde Euro, um eine sinnvolle, von den Verbrauchern gewünschte, Lebensmittelkennzeichnung zu Fall zu bringen! Eine Milliarde Euro, um Beamte und Abgeordnete in Brüssel mit so absurden Argumenten, wie z.B. dass die Ampel zu Fehlernährung führe, gegen die Ampel zu mobilisieren!
Foodwatch schreibt: Ohne Zweifel, der Sieg der Konzerne ist ein Rückschlag für die Verbraucherrechte. Die Ampel hätte die Konsumenten auf einen Blick erkennen lassen, ob ein Produkt viel, mittel oder wenig Salz, Zucker oder Fett enthält. Über zwei Drittel der Verbraucher hatten deshalb folgerichtig die leicht verständliche Ampelkennzeichnung gefordert. Auch Krankenkassen, Herz- und Kreislaufspezialisten, Kinderärzte und Diabetesverbände in ganz Europa hatten sich öffentlich für die Ampel ausgesprochen. Kein Wunder. Allein in Deutschland belasten die Kosten ernährungsbedingter Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck das Gesundheitssystem mit 70 Milliarden Euro!
Was also konnte den Siegeszug der Ampel noch aufhalten? Wer konnte ein Interesse daran haben, diesen durch und durch sinnvollen Vorschlag zur Lebensmittelkennzeichnung zu verhindern? Die Antwort liegt auf der Hand: Die Lebensmittelkonzerne und ihre politischen Steigbügelhalter, darunter auch das deutsche “Verbraucherministerium“. Denn die Ampel hätte vermeintlich gesunde Fitness-Flakes als Zuckerbomben und angeblich wertvolle Kinderdrinks als heimliche Dickmacher entlarvt!
Aber wir, das “Verbraucherimperium” schlagen zurück! Foodwatch bittet um kleine Spenden, damit jeder von uns Förderer wird und die Macht der Lebensmittelkonzerne in die Schranken verweist. Kann man sich nicht mehr auf den Staat verlassen, müssen wir uns selbst helfen. Mehr als 17.000 Förderer gibt es schon! Aber wir brauchen mehr! Machen auch Sie mit, mit 5, 10 oder 20 Euro monatlich, so wie Sie es können!
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Und wer es immer noch nicht weiß: Foodwatch ist ein gemeinnütziger Verein, gegründet von Dr. Thilo Bode, dem ehemaligen deutschen und später internationalen Greenpeace Chef, zur kritischen Kontrolle aller Lebensmittel in Deutschland. Foodwatch hat es sich als politisch aktive Organisation zur Aufgabe gemacht, die gesetzlichen Rahmenbedingungen im Sinne der Verbraucher zu ändern. Damit wir uns nicht länger durch irreführende Lebensmittel-Kennzeichnungen an der Nase herumführen lassen müssen!
Bleiben Sie wertschätzend aktiv: Ihr Det Mueller
Der eigentliche Skandal hat m.E. zwei Gesichter. Erstens, dass Lebensmittel nicht grundsätzlich und vor allem selbstverständlich FÜR das Leben “gemacht” sind bzw. bleiben. Und zweitens, dass die Verbraucher dumm “gehalten” werden sollen. Wer hat schon Lust, sich durch fachchinesisches Kleingedruckte zu lesen?
Christine