Profi-Reinigung von DSLR Sensoren: Mein Tipp für Fotofreunde der Generation Lohas

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Das Herz einer modernen DSLR Kamera (Digitale Spiegelreflex Kamera) ist der Sensor, ein Chip, überzogen mit einer hochempfindlichen Folie. Die Benutzung von Wechselobjektiven hat leider einen großen Nachteil, nämlich den Moment des Wechselns selbst. Der, für Sekunden, geöffnete Body ist jetzt extrem Staub und Umweltschmutz ausgesetzt. Eine zeitlang geht das gut, aber nach zwei Jahren spätestens, finden sich hunderte von störenden Partikeln auf der Sensorfolie. Ich belichte durchschnittlich 500 Aufnahmen im Monat, oftmals auf Baustellen, in Industriegebieten und bei jedem Wetter – es wurde allerhöchste Zeit…

Hüten Sie sich davor, irgendwelche obskuren Selbstreinigungs-Tipps zu befolgen, es geht schief! Die im Handel angebotenen „Drehpinsel“ beispielsweise, wirbeln Staub auf, verteilen ihn nur im Kameragehäuse, aber entfernen ihn nicht. Zudem hinterlässt der Pinsel auf der Folie Spuren, die man unter dem Mikroskop gut sehen kann – irgendwann auch auf ihren Fotos. Lassen Sie auf jeden Fall die Finger von Druckluftsprays und ähnlichem Unsinn, glauben Sie mir, es schadet. Dann gibt es noch Empfehlungen, eine Art Wachsschicht (Discofolie) auf den Sensor aufzutragen und nach mehreren Stunden Trockenzeit, gemeinsam mit dem Schmutz abzuziehen. Das hab ich nicht getestet, es ist mir schlichtweg zu aufwändig.

Nachdem ich vor ein paar Tagen fotografierend im Nebel unterwegs war (siehe Bild oben) und später feststellen musste, dass die zarten Licht-Strukturen ziemlich zersetzt waren von „grauen Flecken“, reichte es mir! Im Internet suchte ich eine „Profi-Reinigung“ in der Nähe von Köln. Außer den üblichen Verdächtigen (große Fotohäuser und die Niederlassungen von Canon oder Nikon, alle teuer und ohne Reinraum), fand ich keinen überzeugenden Hinweis. Da ich gestern Zeit hatte, fuhr ich nach Holland, genauer, nach Nijmegen (Nimwegen), Vorort Heumen, etwa 150 km von Köln entfernt.

Da gibt es genau dass, was ich suchte: Die kleine Firma CHIPCLEAN, zwei supernette Profis (Ton Niessing und Marchel van Louveren) in einem „Reinraum“! Das ist ein absolut staubfreies Labor, so wie wir es aus manchen High-Tech-Filmen kennen. Die beiden machten zunächst einige Probeschüsse, um mir zu zeigen, wie schlimm es bereits um meinen Sensor bestellt war. Dann wurde in 30 Minuten der Sensor mehrfach manuell gereinigt, der Staub und anderer Schmutz abgesogen, die ganze Kamera inklusive zweier Wechselobjektive gründlichst gereinigt und mir das Ergebnis erneut auf dem Monitor vorgestellt. Wie neu, absolut jungfräulich!

Und der Preis, keine 40 Euro für meine Chipgröße! Ich war begeistert und die etwa 25 Euro an Benzin, waren das allemal wert. In etwa einem Jahr werde ich wieder dorthin fahren, es dann aber mit einem Umgebungsbesuch verbinden, denn Nijmegen ist sehenswert. Natürlich kann man seine Kamera auch per Post dorthin schicken, aber ich wollte mich zunächst selbst überzeugen. Und das ist gründlich geschehen!

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Abb.: Mein Sensor vor der Reinigung (Ausschnitt).

Zudem gab es jede Menge Vorsorgetipps, die ich niemals bedacht hätte. Etwa die Bajonette regelmäßig vom Abrieb der Kunststoffkappen (!!) zu reinigen – Sie werden sich wundern, welch schwarzer Dreck darauf zu finden war, der sich auch irgendwann auf der Sensorfolie niedergeschlagen hatte. Da viele gute Kameragehäuse heute weit über 1.000 Euro kosten, ist der Aufwand absolut als werterhaltend zu rechtfertigen und mindestens einmal jährlich dringend zu empfehlen – übrigens auch für die vollformatigen Profibodys, die sich zwar teilweise auch selbst reinigen, aber eben nur teilweise. Und wer sein Geld mit Fotografie verdienen darf, so wie ich, für den ist das Reinigungsprocedere ohnehin ein Muss!

Die netten Profis von CHIPCLEAN finden Sie hier:
Homepage CHIPCLEAN >> [hier]
Anschrift:
CHIPCLEAN
Schutkolk 4c; NL 6582 DB Heumen;
Telefon: 0031- 24 38 81 572 (deutsch klappt gut)

Bleiben Sie wertschätzend kreativ: | Ihr Det Mueller |
(heute mal wieder als >> Mario van Middendorf)

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