Wiesenhof Hühner : Echter Skandal oder schlechter Journalismus?

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Bericht der ARD:Wenn es um Geflügel geht, denken die meisten an Wiesenhof. Dank der Werbung ist die Marke in ganz Deutschland bekannt. Der Konzern hinter Wiesenhof, die PHW-Gruppe, ist Marktführer, produziert mehr als 270 Millionen Hühner pro Jahr. Woche für Woche werden etwa 4,5 Millionen Hähnchen geschlachtet. Tierschützer kritisieren die Haltungsbedingungen, werfen dem Konzern Tierquälerei vor.“

Aber stimmt das alles tatsächlich so? Das Für und Wider ist extrem. Bilden Sie sich eine eigene Meinung. Betrachten Sie beide Filme kritisch und entscheiden Sie dann selbst.

Zum Film der ARD >> [hier]

Der Vegetarierbund Deutschland e.V. meint dazu: „Paul-Heinz Wesjohann hat klar gegen die ethische Vorbildfunktion, für die er damals das Bundesverdienstkreuz verliehen bekam, verstoßen. Unterstützen Sie deshalb unsere Mailaktion und fordern Sie die Aberkennung dieser Auszeichnung  durch den Bundespräsidenten!“

Allerdings kommen mir mittlerweile auch Zweifel. Das Fernsehen ist keine oberste Instanz. Auch dort arbeiten nur Menschen und Menschen machen Fehler. Nicht nur schlecht bezahlte ‚Freie Journalisten‘ müssen ihre Beiträge dramatisieren, um überhaupt den späteren Beitrag abgenommen zu bekommen. Nur was gesendet wird, wird auch bezahlt. Das sind Fakten. Insofern kann ich zumindest von hier nicht beurteilen, ob der ARD-Film die einzige Wahrheit zeigt. Die Journalisten im 2. Video benehmen sich zumindest äußerst fragwürdig. Hier finden Sie dieses zweite Video (wer das beauftragt hat, ist mir nicht bekannt), welches die ganze Angelegenheit aus ganz anderer Sicht beschreibt – urteilen müssen Sie selbst. Mir fällt es schwer, eine ordentliche Position zu beziehen.

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Andererseits sind wir Verbraucher mittlerweile überkritisch und wehren uns explosionshaft, sobald wir kriminelles Geschäftsgebahren in der Lebensmittelbranche befürchten. Das verstehe ich selbst nur gut genug, unterstütze ich solche Kritik ja häufig selbst. Die Tier-Haltung ist eine Frage und wenn der ARD Film die Wahrheit sagt, verabscheue ich das zutiefst. Aber es gibt auch eine andere Seite und das sind wir!

DENN: Den Hühner-Produzenten kann man nicht vorwerfen, dass wir alle, jeder von uns, in viel zu riesigen Mengen Geflügelfleisch essen! Das ist einzig unsere Schuld. Und darüber muss sich jeder, der sich aufregt und beklagt im Klaren sein. Würden wir mehr Wertschätzung an den Tag legen und deutlich weniger Fleisch – egal von welchem Tier – verspeisen, gäbe es auch weniger Produzenten. Die Hersteller bedienen lediglich unser übermächtiges Verlangen. Tiere sind keine Kartoffeln! Leider vergessen wir das jeden Tag.

Bleiben Sie wertschätzend zum Leben | Det Mueller |

7 Kommentare

  1. Guten Tag Herr Mueller

    Es ist nicht das erste Mal das ich solche Bilder sehe und ich bin immer wieder zutiefst geschockt und erschüttert. Ich kann einfach nicht verstehen wie Menschen zu solchen Monstern werden. Ich selber bin Bio-Bäuerin und Heilpraktikerin in der Schweiz.

    Auch wir halten Tiere von welchen wir das Fleisch direkt an unsere Kunden weiterverkaufen. Aber unsere Tiere ziehen wir mit viel Liebe und Respekt auf. Klar wir haben nicht Tausende von Tieren aber dafür können wir all unseren dankbaren Kunden eine naturnahe und äusserst tierfreundliche Haltung garantieren. Wir versuchen mit sehr viel Engagement unser Umfeld auf eine nachhaltige Landwirtschaft zu sensibilisieren und erklären ihnen dass sie mit dem Kauf von so billigem Schrott!!! diese unglaublichen Missstände noch unterstützen. Essen wir doch endlich wieder weniger Fleisch, dafür nachhaltig und liebevoll produziertes.

    Herzlichen Dank für ihren Beitrag
    Mit freundlichen Grüssen
    Esther Mottier

  2. NACHTRAG

    Gegenüber meinen Lesern habe ich eine Verpflichtung, nämlich möglichst realistisch und wahrheitsgetreu zu berichten.

    Vom Gedanken der Tierliebe und des Umweltschutzes getragen, neige auch ich dazu schnell zu verurteilen, aber nun mit einigen Stunden Abstand und weiteren Recherchen, musste ich meinen Artikel neu überdenken. Den letzten Kommentar mit dem Aufruf „Wir hassen Wiesenhof“ kann ich jedenfalls nicht unterstützen.

    Die mir vorliegenden Fakten reichen nicht aus, ein einziges Unternehmen so extrem zu belasten. Kritik ist angebracht und große Aufmerksamkeit gefragt, wenn es um die Beurteilung der Zustände der Haltung geht.

    Aber das betrifft nicht nur Wiesenhof sondern jeden Fleischproduzenten. Tiere müssen sterben, wenn man sie essen will. Da führt kein Weg vorbei. Und der Job des Schlachters ist grausam. Aber Hasstiraden sind nicht angebracht! Es verhärtet nur die Fronten.

    Es gibt für mich auch keine Diskussion ob man Fleisch überhaupt essen sollte. Das ist einzig eine persönliche Entscheidung. Ich esse gerne Fleisch – allerdings erlaube ich mir das höchstens zweimal pro Woche. Das muss genug sein. Und so bleibt es etwas Besonderes, das ich dankbar und wertschätzend genieße.

    Det Mueller

  3. Hallo zusammen,

    bitte besucht unsere Seite Wir hassen Wiesenhof und lest zunächst die Seiten-Info. Wir brauchen mehr Anhänger!
    Eine große Flyer-Aktion ist in Arbeit!

    Vielen Dank für Eure Unterstützung!
    Liebe Grüße,
    P. Iaconisi

  4. @ RR

    Ich freue mich über Ihren Kommentar sehr! Er beschreibt 2 Probleme, die wichtig sind.

    Einmal die Masse von Menschen, die glaubt täglich Fleisch essen zu müssen – häufig sogar mehrmals täglich. Darüber hab ich aber schon einmal geschrieben und will es hier nicht weiter ausführen.

    Das Zweite ist die Sache mit der Aufmerksamkeit.
    Wer auch nur ansatzweise Verständnis für spirituelle oder energetische Zusammenhänge kennt, weiß genau, was Sie meinen.

    Sämtliche Energien fließen dahin, wo die Aufmerksamkeit ist und das bringt dem ‚Gegner‘ oftmals sogar das genaue Gegenteil des gewünschten Effektes. Ich weiß auch nicht, wie ich das in diesem Fall handhaben könnte, denn informieren will ich schon…

    Danke!
    Det Mueller

  5. Wer war zuerst da – das Huhn oder das Ei: Der „Geiz ist geil Kunde“ oder die ihn bedienende Tierquälindustrie?

    Was ist mit den Millionen Menschen, die das 1,99 Euro Huhn kaufen und auch noch essen?
    Was ist mit all jenen, die tagtäglich in den Medien dröhnen, Hühnerfleisch ist gesünder, preiswerter als Schweinefleisch?

    Diese Aberkennungsorgie ist ein gigantischer Aufmerksamkeitskick für diese Firma.

    Wohin unsere Aufmerksamkeit gerichtet wird, wächst.
    Wollen wir das?
    Ich nicht.
    RR

  6. Der Protest hat ja bereits Wirkung gezeigt. Schließlich beschwerten sich Verbraucher schon vor der Ausstrahlung der Sendung bei der ARD. So muss es sein.
    Und ich frage mich: Wer will denn sowas noch essen wenn er nicht sowieso schon Vegetarier ist? Und noch viel wichtiger finde ich, dass der Mensch beginnt mit der Tierwelt anständig und liebevoll umzugehen.

    Deshalb: Her mit der Auszeichnung!

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