Richtige Freude ist sehr ansteckend

wwmrtl.jpg

Manchmal ist Fernsehen eine gute Sache: gestern Abend habe ich Günther Jauch und seine Show möglicher Millionärs-Kandidaten gesehen. Es war eine Doppelfolge, wobei der erste Teil eher langweilig war. Manche Kandidaten erstaunen nämlich häufig durch fehlende, geistvolle Aktivität. Aber dann kam ein Mensch, wie es lange keinen gab…

Georg Köster aus Wenden, einem kleinen Ort im Siegerland. Ein ruhiger Mittvierziger oder auch Enddreißiger – ich weiß es nicht -, sympathisch und sehr bescheiden. Frauen würden ihn wahrscheinlich als ‚knuffig‘ beschreiben. Ein Mensch, so richtig aus dem Leben. Arbeitet hart als LKW Fahrer von Tour-Transporten für Bands oder große Shows. Ist Single, hat einen Sohn.

Dieser Mann arbeitete sich sehr ruhig durch den Fragenkatalog bis zur Halbmillionenfrage. Mit jeder richtigen Antwort erwarb er sich mehr und mehr Respekt beim Publikum, denn diese Leistung hätte vermutlich niemand einem Trucker wirklich zugetraut. Es wurde immer ruhiger im Studio, man spürte die Spannung unglaublich. Ich selbst war regelrecht betroffen und besoffen vor Freude. Dauernd dachte ich, hoffentlich trifft er die richtige Entscheidung, hoffentlich gewinnt er auch diesen Schritt. Ich fieberte mit und habe mich dann riesig und sehr laut gefreut, als er gegen Ende tatsächlich dann doch noch mit Mut zockte und die 500.000 Euro einsackte! So einem gönnt man Alles! Das Publikum gab gigantischen Applaus!

Aber das Universum setzte noch einen drauf – die Lektion Gier nämlich, an der sehr viele Kandidaten scheitern: Köster steht plötzlich vor der letzten Frage, jener, wo es um die ganze Million geht – wo man mit nur einer einzigen Frage den schweren Weg von Frage 1 bis 14 das Endergebnis mit einem Schlag verdoppeln kann. Ein Lächeln ging über sein Gesicht, er glaubt die Antwort zu kennen, ist sich aber nicht sicher. Endlose Sekunden vergehen, alle halten den Atem an. Selbst Jauch ist nervös und still. Dann sagt Köster: „Ich nehme die halbe Million und gehe!“ Er hat widerstanden, dem Druck und der Gier und dennoch: Seine Antwort wäre richtig gewesen, hätte er sie gegeben. Er nimmt es ruhig hin und sagt: „Ich bin überglücklich, denn 500.000 Euro sind für mich eine unvorstellbar hohe Summe, die völlig ausreicht„.

Das hat mich schwer beeindruckt – ich hab mich so für ihn gefreut, als ob ich das Geld selbst gewonnen hätte. Schön, dass es solche Menschen gibt – er hats wirklich verdient und kann sich jetzt mal ein jüngeres Auto kaufen: seinen letzten Wagen fuhr er nämlich bis 420.000 km, dann erst verbrannte die Zylinderkopfdichtung.

Fazit: 1_Wissen ist wichtig. 2_Mut ebenso. 3_Dankbarkeit und Bescheidenheit gehen gut zusammen.

Bleiben Sie wertschätzend | Det Mueller |

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr dar√ľber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.