Gentechnikfrei : Warum 30.000 deutsche Bauern bereits dafür sind

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Aus der vereinzelten Ablehnung der Gentechnik ist mittlerweile eine deutschlandweite Volksbewegung geworden: Über 30.000 Bauern bilden gentechnikfreie Zonen, mehr als 270 Landkreise und Kommunen haben sich ebenfalls für gentechnikfrei erklärt. Und das ist gut so. Denn Gentechnik birgt enorme Risiken und bringt bisher Vorteile nur den Chemieriesen – allen voran dem US Konzern Monsanto, der die Welt fast im Griff hat. Henry Kissinger sagte einmal: “Wer das Öl besitzt, dominiert ein Land. Wer die Nahrungsmittel kontrolliert, dominiert das Volk”…

Ganz Thüringen ist seit Oktober 2010 Mitglied im europaweiten Netzwerk gentechnikfreier Regionen, mehrere Bundesländer wie Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hamburg oder Bremen planen, Gentechnik wenigstens von landeseigenen Flächen zu verbannen oder haben dies schon getan.

Bayerische Kommunen setzten bereits im Frühjahr 2011 ein vorbildliches Signal für die Verweigerung ‚Grüner Gentechnik‘: über 120 bayerische Gemeinden, Städte und Landkreise hatten sich bewusst zu einer Landwirtschaft ohne gentechnisch veränderte Pflanzen auf ihren kommunalen Flächen bekannt (s. Logo).

Zur Erinnerung, warum JEDER für gentechnikfreie Landwirtschaft sein sollte:

  • Sind gentechnisch veränderte Pflanzen erst einmal freigesetzt, verbreiten sie sich unkontrolliert und lassen sich nicht mehr zurückholen. Durch den Transport von Saatgut und Erntemaschinen, durch Wind und Bienen gelangen die Pollen oft kilometerweit.
  • Durch die Freisetzung von Gentech-Pflanzen wird die gentechnikfreie Landwirtschaft gefährdet. Verbraucherinnen und Verbraucher können auf lange Sicht nicht mehr frei wählen.
  • Vor allem die Imkerei ist durch Gentechnik gefährdet. Bienen kennen keine Sicherheitsabstände und sammeln auch Pollen von Gentechnik-Pflanzen. Imker haben daher besondere Probleme, ihre Produkte gentechnikfrei zu halten.
  • Gentechnisch veränderte Pflanzen funktionieren nur in einem landwirtschaftlichen System, das hochindustrialisiert ist. Herbizidresistente Pflanzen werden im Gesamtpaket mit chemischen Spritzmitteln verkauft.
  • Die Preise für Grundnahrungsmittel wie Reis und Getreide haben sich in den letzten Jahren fast verdoppelt. Die Gentechnik-Industrie will das Problem mit trockenresisten Pflanzen und Hochertragssorten lösen. Doch laut einem aktuellen Bericht von Friends of the Earth ist die Gentechnik mit ihrer industriellen Landwirtschaft nicht Lösung, sondern eine der Ursachen des Problems.
  • Schon allein deswegen, weil der US Konzern Monsanto seit Jahren versucht, weltweit mit Milliarden von Dollar Staaten und Regierungen zu beeinflussen, um seine vorrangige Stellung zu festigen – die uns alle in Abhängigkeit bringt (lesen Sie meinen aufregenden Bericht >> hier).

Ungeachtet aller alarmierender Ergebnisse lässt die zuständige Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA*) weiter Gentechnik-Pflanzen zu! Die EFSA bewertet die Gentechnik-Pflanzen im Hinblick auf mögliche Gefahren für unsere Nahrung. Sie wertet allerdings lediglich Studien aus, die von den Gentechnik-Unternehmen selbst kommen. Und viele davon hat Monsanto in Auftrag gegeben. Der Teufel soll sie holen

Bleiben Sie wertschätzend kritisch | Det Mueller|

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Quellen

Slow Food Deutschland [hier]

Informationsdienst Gentechnik [hier]

Bayerisches Staatsministerium fUG [hier]

Love Green [hier]

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