Was essen wir in 20 Jahren?

erde.jpg

In wenigen Tagen, nämlich um den 31. Oktober 2011 herum wird ein Mensch  geboren, der anders ist. Er oder sie wird die Anzahl der Erdbewohner auf 7.000.000.000 festlegen. Zum Vergleich: noch 1960 waren wir nur 3 Milliarden, aber schon 2045 werden wir über 9 Milliarden sein. Wenn man weiß, dass bereits heute mindestens 1 Milliarde Menschen nicht täglich etwas zu essen findet, ist die Diskussion in Deutschland um deutlich mehr Nachwuchs kaum verständlich. Obwohl aktuell nur noch ein Zehntel der Weltbevölkerung in Europa lebt, müssen wir alle umdenken – denn sehr viel mehr Menschen kann unsere Erde unter den heutigen Bedingungen in 20 Jahren nicht mehr ernähren…

Problem Beispiel: Schon heute reicht die Ackerfläche in vielen Ländern nicht mehr aus. Also gingen viele Spekulanten und Investoren einkaufen, weltweit 22-50 Millionen Hektar! Riesige Landflächen, überall dort, wo es fruchtbares Ackerland gibt. Man höre und staune, auch in Äthiopien. Einem der ärmsten Länder der Welt, wo man für 5 Mrd Dollar jährlich Lebensmittel importieren muss und jeder 2. Bewohner unterernährt ist. Die vom Staat Äthiopien ersatzlos enteigneten Kleinbauern bekamen bei den neuen Besitzern keine Arbeit und keine Lebensmittel, sondern die Erträge werden vorwiegend an Spekulanten auf den Weltmärkten verkauft. Dadurch wurde der indische Unternehmer zu einem der reichsten Männer der Welt – nebenbei bemerkt, vorwiegend mit dem Anbau von Rosen für Europa, angebaut auf den fruchtbarsten Böden in Äthiopien.

Es geht also wie so oft nicht darum, ob die Erde die vielen Menschen verkraftet, sondern es geht um gerechtere Verteilung. Von Land, von Lebensmitteln, von Wasser. Aber es geht auch um unser Essverhalten. Jeder Deutsche z.B. verspeist in seinem Leben 33 Schweine, 8 Kühe und 720 Hühner. Das wird in 20 Jahren kaum noch möglich sein, wir müssen uns an anderes Essen gewöhnen.

Fest steht, dass schon 2030 Fleisch unbezahlbar wird. Nur noch wirklich reiche Menschen werden sich in nur 20 Jahren (!) Schnitzel, Steak und Huhn leisten können. Ein Luxus. Allein deswegen, weil die Anbauflächen schon jetzt verschwinden und die verbleibenden Reste für den riesigen Fleischbedarf nicht reichen. Rinder brauchen große Weideflächen und die werden für die immer schneller wachsende Bevölkerung genutzt (Infrastruktur). Aber auch für jene, die das schnelle Geld machen wollen und riesige Ländereien weltweit in Monokultur zur Gewinnung von AgroSprit aufkaufen [Biosprit macht Hunger >> hier], weshalb heute schon den Argentiniern die Landfläche für Rinderzucht ausgeht.

Beispiel Lösung: Die Welternährungsorganisation (FAO) hat Forscher beauftragt, herauszufinden, welche Ernährungsmöglichkeiten die kleinen Tiere bieten. Gemeint sind Insekten! Die Wissenschaftler sind sich darüber bewusst, dass sich viele Menschen davor ekeln, Insekten zu essen. Doch sei dies nur eine Ernährungsgewohnheit, sagt der Entomologe Prof. Arnold van Huis von der Uni Wageningen, NL. „Aber es ist schlicht irrational: Wenn Sie sich die Nährwerte anschauen, sind Insekten exzellentes Essen – vergleichbar mit Fisch, mit Schwein oder Rind.“ Besonders in Holland werden jetzt schon tonnenweise Zophobas, ‚Riesenmehlwürmer‚ gezüchtet und angeboten.

Junge Leute sollten sich schon mal an die neuen Rezepte der baldigen Zukunft gewöhnen:

  • Zophobas in Kokosmilch (Rezept)
  • Zaziki und Zophobas (Rezept)
  • Süßsaure Heuschrecken mit Ananas (Rezept)
  • Schweinemedaillons mit Bienenlarven in Honig (Rezept)

Guten Appetit! Und trösten Sie sich – Tausende von Menschen auf der Welt essen bereits heute Insekten. Und leben.

Übrigens: Nur 10% aller Erdbewohner leben in Europa. Ein Privileg, welches wir deutlich falsch genutzt haben. Wir können Afrikanern oder Asiaten nicht vorwerfen, dass sie zu viele sind. Nach Berechnungen der ‚Stiftung Weltbevölkerung‚ gibt es mehr als 200 Mio Paare auf der Welt, die gern verhüten würden, aber keinen Zugang zu entsprechenden Informationen oder Verhütungsmitteln haben. Statt diese Länder mit Öl, Diamanten und anderen Bodenschätzen nach unseren Regeln auszubeuten, hätten wir ihnen Bildung und damit Hilfe zur Selbsthilfe zurück geben müssen. Die vielen hundert Flüchtlinge im Mittelmeer sind nur die hungernden Vorboten…

Bleiben Sie wertschätzend | Det Mueller |

Eine Antwort auf „Was essen wir in 20 Jahren?“

  1. Hallo Det Mueller,

    danke für den interessanten Blog. Passend dazu möchte ich anmerken, dass es nicht ausreicht eine Geburtenregulierung anzustreben sondern das ein Umdenken auch in Richtung “richtige Ernährung“ bei jeden Menschen notwendig wird. Das dazu wieder neue Versuche mit Mikroorganismen betrieben werden zeigt nur wie stark die Nahrungsindustrie hier mitmischt. Dr. Rüdiger Dahlke zeigt in seinem neuen Buch PeaceFoot wichtige Ansätze in Ernährung und Gesundheit. Passend dazu auch ein Interview bei http://www.mystica.tv.

    Peter

Schreibe einen Kommentar zu Rolf-Peter Dittmar Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.