Mitzeichnen: Petition zum Erhalt des tierärztlichen Dispensierrechts

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Eine befreundete Tierärztin bat mich um Öffentlichkeit: Zur Zeit laufen Bemühungen, den Tierärzten in Deutschland ihr Dispensierrecht zu entziehen, da zugegebenermaßen einige (Groß-)Tierärzte Schindluder damit treiben. Gemeint damit ist, dass Tierärzte zukünftig keine Medikamente mehr direkt an die Tierhalter abgeben dürften sondern für alles ein Rezept ausstellen müssten, mit denen der Tierbesitzer dann zur Apotheke gehen müsste um das Rezeptierte zu erhalten…

Das würde bedeuten:

  • keine abgezählten Tabletten mehr, nur noch vollständige Packungen (Gebinde): teurer
  • erst Rezeptgebühr beim Tierarzt, dann Apothekengebühr in der Apotheke: teurer
  • gilt auch für ganz simple Sachen wie Wurmkuren oder Zeckenzeug: erst Rezept vom TA, dann noch zur Apotheke
  • im Notdienst erst Notapotheke finden. Ob die sofort alles da hätte?
  • schlimm für Heimtiere (Kaninchen, Meerschweinchen, Ratten etc.), Vögel, Reptilien: Tierärzte füllen bisher immer ab, verdünnen, passen individuell an.
  • Apotheker sind bisher in keiner Weise für Tierarzneimittel geschult. Sie könnten also nicht ausreichend beraten.

Wer meint, dies verhindern zu müssen, kann sich noch bis 09.März (Freitag!) einer Petition an den Deutschen Bundestag anschließen. Diese kann man nach Registrierung online ganz einfach zeichnen >> [hier]

Bleiben Sie wertschätzend | Det Mueller|

3 Kommentare

  1. In erster Linie haben gewinnorientierte Tierärzte Angst ihren Zusatzverdienst zu verlieren!
    Es muss nicht teurer werden, was ein Tierarzt macht, kann ein Apotheker auch machen!
    WENN Tierärzte wenigstens kompetenter wären als ungeschulte Apotheker, aber in der Regel „wissen“ diese auch nicht mehr als das, was im Beipackzettel steht und was sie in ihrem Gewerbebetrieb daran verdienen!
    Echte Ärzte können auch ohne gewerblichen Verkauf leben: Also Anschaffen!

  2. Ich kann beide Seiten verstehen, lieber Stephan. Da ich selbst viele Jahre in meinem Leben mindestens 16 Katzen hatte – zuweilen 4, öfter aber 2 gleichzeitig – kann ich mir denken, dass es für Tierfreunde zunächst ganz einfach wesentlich unbequemer wird. Der zusätzliche Weg zur Apotheke machts nicht leichter – weder für den Menschen, noch für das Tier.

    Obs tatsächlich teurer wird kann auch ich nicht sagen. Einerseits kann es sein, dass die Medikamente zunächst preiswerter werden, da sie dem allgemeinen Wettbewerb unterliegen. Andererseits kann es aber sein, dass die Gebinde bzw. Abnahmemengen größer werden. Tierärzte geben ja i.d.R. nur die benötigte Menge ab, bzw. mixen eigene ‚Produkte‘ aufgrund ihrer Erfahrungen. Schließlich braucht ein Hamster sicher etwas anderes als ein Berner Sennenhund und davon auch noch viel weniger.

    In einem solchen Fall bleiben dann 2 Möglichkeiten: der Kunde gibt dem Tierpatienten zuviel von dem Zeugs, oder er entsorgt die Restmenge. Das eine ist schlecht fürs Tier, das andere schlecht für den Geldbeutel…

    Danke auch für Deinen langen Kommentar!
    LG Det

  3. Ich finde die Thematik hochgradig interessant, gerade auch vor dem Hintergrund der diversen Skandale in letzter Zeit. Allerdings habe ich noch keine abschließende Meinung zum Thema.

    Grundsätzlich sehe ich aber nicht, wieso bei Humanmedizinern und Tiermedizinern solche ein Unterschied gemacht wird. Entweder beide haben ein Dispensierrecht oder eben nicht.

    Ob es tatsächlich teurer werden muss, wenn Doc Morris mit dem Tierarzt, der zur Zeit ein (vermeintliches) Monopol hat im Behandlungskontext, kann ich leider nicht beurteilen. Die mangelnde Schulung für Medikamente lässt sich sicherlich auch nachholen.

    Ich lass mich gerne überzeugen, dass das Dispensierrecht wichtig und richtig ist, aber ich verstehe nicht, wieso es anders sein muss, als beim Humanmediziner.

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