Wachsen mit Fröhlichkeit

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Ein Engländer rettet Kinder in Australien vor dem Tod durch einen angreifenden Hai. Sein englischer Arbeitgeber – ein Sozial-Unternehmen – kündigt ihm, denn er war krank geschrieben und hätte gar nicht in Australien sein dürfen. Franziskus, der neue Papst, ist noch gar nicht im Amt, da fällt die Presse bereits über ihn her, wegen angeblicher Verfehlungen vor über 30 Jahren in Argentinien. Und die Bäckerin antwortet heute früh auf meine Frage »Wie gehts?« launisch mit «Es muss«. Drei Beispiele, die auch völlig anders hätten ausgehen können. Aber jeder nutzt einen neuen Tag auf seine Art, und ich hoffe Sie machen es besser. Denn ein Leben dauert nicht ewig und jeder Tag ist kostbar. Wenn Sie die positive Sichtweise lesen wollen – dann bitte…

Fall 01: Der Mann war krank geschrieben. Okay. Er fährt in Urlaub, unerlaubt. Eine Verfehlung! Aber, er hat sein eigenes Leben in Gefahr gebracht um fremdes Leben zu retten. Eine großartige Handlungsweise. Mutig. Der Arbeitgeber hätte sagen können: Wir mahnen Dich ab, sind aber sehr stolz auf Deine menschliche Handlung.

Fall 02: Dem Papst wirft man vor, er hätte zu Zeiten der Militärdiktatur in Argentinien mit der Junta (1976 bis 1983) zusammengearbeitet. Wenn es stimmt, mehr als eine Verfehlung. Aber wer kennt schon die Hintergründe wirklich, wer weiß Bescheid über die grausamen Umstände, die wir uns überhaupt nicht vorstellen können. Menschen reifen über Jahre. Der Mann, der heute Papst ist, ist vermutlich ein völlig anderer, als der von vor 35 Jahren. Die Medien hätten sagen können: Prima, wir haben ein neuen Papst. Der hat zwar dunkle Flecken in seiner Vita, aber mal sehen wie er die aktuellen Probleme angeht. Schließlich ist kein Mensch ohne Fehler!

Fall 03: Die Verkäuferin muss um 5.30 Uhr ihren Job anfangen. Sie war also müde, vielleicht genervt. Ich weiß aber, dass sie vor 2 Jahren eine längere Zeit arbeitslos war. Also hätte sie antworten können: Danke ganz gut heute, bei dem schönen Wetter. Aber ich bin hundemüde…

Okay,  ich selbst bin zuweilen auch nicht immer gut drauf. Aber ich bemühe mich täglich neu, meine Sicht auf die Dinge zu verbessern. Der kleine Baum auf meinem Bild aus der Eifel, könnte sein Wachstum auch aufgeben, bei der scheinbar bedrohlichen Übermacht der Nachbarn. Aber die Natur denkt nicht so, sondern nutzt die kleinste Chance und kämpft weiter. Wir müssen das auch, jeden Tag neu. Aber wir können denken und wissen sogar, dass unsere Zeit beschränkt ist. Also haben wir die Freiheit zu entscheiden, ob wir den Lebenskampf in Lebensfreude umwandeln wollen. Jammern auf höchstem Niveau ist der Deutschen Lieblingsdisziplin – erstaunlicherweise gehören aber zu den glücklichsten Menschen auf der Welt, oftmals sehr arme Leute. Wir sollten von ihnen lernen, denn Glück hat nichts mit Besitz zu tun, sondern einzig mit der Einstellung zum Leben. Und die kann jeder jeden Tag neu für sich festlegen. Und tut das gleichzeitig für andere – denn Freude ist ansteckend.

Ich wünsche Ihnen ein wunderbares Wochenende…

Bleiben Sie wertschätzend ansteckend | Det Mueller |

Foto: Mario van Middendorf

4 Antworten auf „Wachsen mit Fröhlichkeit“

  1. Charlie – danke für Deinen Kommentar. Und wenn meine Erzählung Dir neue Kraft gegeben hat – freu ich mich auch!

    Aber denk dran – diese Kraft und der Mut für Deinen neuen Anfang stecken sowieso in Dir!! Zuweilen braucht jeder Mensch einfach nur mal einen kleinen Anschub…

  2. Hallo Det!

    Danke für diese schöne Geschichte. Es tut gut, auch wieder einmal darin erinnert zu werden, wie vergänglich doch das Leben ist.
    Udd gleichzeitig danke dafür, das deine Worte auch wieder Beginn und Kraft für neuen Mut und Anfang für mich sind.
    Schöne Grüße aus Österreich
    Ch.

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