Kancha – eine Idee, wie aus einem Märchen

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Junge Menschen kommen ja zuweilen auf total verrückte Ideen und das ist gut. Die Gesellschaft braucht innovatives Denken und vorallem auch Handeln. Zwei junge Berliner – Sebastian Gluschak und  Tobias Gerhard – beide haben sich ein paar Jahre als Managementberater erste Sporen verdient, entdeckten für sich ein fernes Land: Kirgisien. Klingt nach Russland, oder nach Mongolei dachte ich – jedenfalls ganz schön weit weg, tief in Zentralasien.

Kasachstan und China sind direkte Nachbarn, 5,5 Mio Menschen leben dort und verteilen sich auf einer Fläche, die nur etwa ein Drittel kleiner ist als unser Land. Auf jeden Quadratkilometer dort kommen also etwa nur 27 Menschen. Bei uns hingegen 250 Einwohner. Sagt Wikipedia. Ein weites Land also und ziemlich leer.

Man kann sich gut vorstellen, dass Berufschancen für junge Kirgisen extrem begrenzt sind und kaum über Landwirtschaft und Viehzucht hinausgehen werden. Tobias war 2011 erstmalig dort und verliebte sich spontan in dieses Land, infizierte Sebastian mit diesem Virus und beide beschlossen, auf Basis von Nachhaltigkeit und Wertschätzung die Verdienstchancen von einigen Kirgisen zu verbessern. Mit Hüllen für Smartphones und Laptops! Handwerkskunst von echten Nomaden, für die urbanen Nomaden bei uns. Klingt doch wie ein Märchen, oder?

Doch ja – so was gibt es! Und es klappt, wenn man es professionell anstellt. Nomadentum und Viehzucht bedeutet dort nämlich Schafe züchten. Und die bringen Wolle und aus Wolle kann man Filz machen! Dieses Handwerk beherrschen viele Leute gut und sie machen es besonders fein. Nur mit Marketing, besonders auch international kennt sich kaum einer aus. Amtssprache ist immer noch russisch, Englisch spricht kaum jemand. Sebastian und Tobias sprechen jetzt beide russisch und Tobias wohnt sogar dort und leitet von dort aus die Produktions-Geschäfte. Sie nehmen die Sache also ganz schön ernst.

Sebastian kümmert sich von Berlin aus um den Vertrieb. Ein tolle Website informiert über ihr Tun und neuerdings sind sie auch auf StartNext – die Plattform, die Start-Ups eine Anschubfinanzierung vermitteln kann, wenn genügend Menschen an diesen Produkten interessiert sind und vorbestellen. Kollektives Sammeln (Crowdfunding) – viele beteiligen sich mit kleinen und kleinsten Summen. Bis die Startsumme von 15.000 Euro erreicht ist – dann kanns losgehen!!!

Deshalb bat er mich um Hilfe, meinen Lesern dieses Vorhaben nahezubringen. Heißt auf gut Deutsch – ich soll mal kräftig die Werbetrommel rühren, damit bald mal Kohle reinkommt – bei Kancha. Kancha bedeutet übrigens wie viel? oder wie teuer? und der Name bringts auf den Punkt: Handysleeves kosten etwa 25 Euro, Hüllen für den Laptop das Doppelte. Sicher teurer als Plastik aus China, aber hier kommt ja auch der soziale Aspekt dazu. Rund 30% des Erlöses fließen in den Aufbau von Werkstätten, 40% verschlingen Material und Produktion und 30% verteilen sich auf eigenen Verdienst, Werbung, Marketingaktivitäten und Transport. Eine faire Sache – für beide Seiten!

Anschauen: Hier gehts zur Homepage Kancha

Mitmachen: Hier gehts zur Kancha Mitfinanzierung auf Start-Next

Bleiben Sie wertschätzend | Det Mueller

4 Antworten auf „Kancha – eine Idee, wie aus einem Märchen“

  1. Hi,

    Ich würde gerne mitwirken, ich habe eine kirgisische Frau (Deutschlehrerin) und plane langfristig nach Kirgisien auszuwandern. Meine Kontakte in dem Land verbessern sich ständig.

    Mit freundlichen Grüßen

    Jens Demel

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