Wohin Europa: Silvester markiert eine neue Zeitrechnung?

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Das neue Jahr fängt fürchterlich und beschämend an. Hat Deutschland sich übernommen? Ende 2016 werden gut 10 Millionen Ausländer bei uns leben. Kann man diese gewaltige Menge an Menschen wirklich integrieren? Wollen sie überhaupt mitmachen?

Die Terrorgefahr für Europa nimmt gewaltig zu, und unser aller Sicherheitsgefühl kommt ins Wanken. Ob Paris, Köln, Stuttgart oder Hamburg und heute in Istanbul – Tote, Verletzte oder sogar geschändete Frauen sorgen für einen neuen Umgang mit allen Flüchtlingen, besonders aber den arabischen Flüchtlingen aus Nordafrika. Die Maghreb-Staaten (Marokko, Tunesien, Algerien, Libyen und Mauretanien) werden häufig genannt, aber vor allem kommen immer wieder Syrer ins Visier der Ermittlungen. Junge Männer zwischen 18 und 25 Jahren, ohne Frauen und Kinder. Viele der Täter von Silvester sind Neuankömmlinge, wohnen in Asylunterkünften. Sind also Gäste unserer Wertegemeinschaft und verlassen sich auf unsere Güte und finanzielle Hilfsbereitschaft. In Deutschland sagt der Volksmund ‚Säge nicht den Ast ab auf dem Du sitzt‘. Aber genau das haben sie jetzt getan. Und alles ändert sich.

Der Ton auch in der Politik, wird deutlich härter und wurde man vor 3 Monaten noch schief angesehen, wenn man sich erlaubt hat, gegen Merkels Millionen-Willkommensangebot die Nase zu rümpfen, schlägt jetzt der Zorn offen zurück. In den Parteien, im Bundestag und auf der Straße. Auf Hamburg’s Kiez wollen sich die ansässigen Clubbesitzer zusammen schließen und eine Schutztruppe in Eigenregie ins Leben rufen. Es geht ums Geschäft. Der Frieden auf der Reeperbahn ist in Gefahr. In Köln ging es leider schneller. Wütende Pegidamitglieder haben bereits Ausländer angegriffen und verprügelt. Manch einer, der noch vor Wochen entsetzt aufgeschrieen hat, dreht sich jetzt lieber weg und denkt sich seinen Teil. Offen gesagt wird „Wer sich nicht anpassen will und sogar kriminell wird, muss sofort weg!“. Und der Absatz von Selbstverteidigungswaffen wie Pfeffersprays, Schlagstöcken und Elektroschockern ist in den letzten Wochen um 70% gestiegen! Manche Händler sind gar ausverkauft. Das ist sicher kein Weg. Die Angst aber ist mehr als verständlich.

Die Worte ‚Angst‘, ‚Abschiebung‘, ‚Kriminelle Ausländer‘, ‚Flüchtlinge‘, ‚Generalverdacht‘ und ‚ISIS‘, sind wohl die meist benutzten in diesem ersten Monat des Jahres 2016. Aber auch ‚Opfer‘, ‚Tote‘, ‚Bedauern‘ und ‚Hinterbliebene‘. Was für andere Länder seit Jahrzehnten alltäglicher Albtraum war und wir alle uns immer wieder im Fernsehen anschauen mussten, kann auch bei uns in naher Zukunft zum realen Straßenbild gehören. Man sitzt gemütlich im Straßencafé und plötzlich geht irgendwo eine Autobombe hoch. Da kann so viel Polizei aufgeboten werden wie man zur Verfügung hat – gegen den Zufall ist der Staat freilich machtlos.

Der Spagat zwischen unserem Leben und den unüberwindlichen kulturellen Unterschieden hat eine Dimension, die zurückgeht bis in die Zeiten der Kreuzzüge. Der Islam und die christlichen Gemeinschaften haben sich schon immer einen Kampf bis aufs Blut geliefert. Und ihre jeweiligen Anhänger über Jahrhunderte entsprechend geimpft und erzogen. Und die Radikalen auf beiden Seiten werden weiter einfallsreich genug sein, damit das auch so bleibt. Gehen Sie doch mal in Paris in die Beaulieus oder in Belgiens Hauptstadt Brüssel ins ‚Araberviertel‘. Ein Freund von dort schrieb mir gestern:

Hier in Brüssel kann man 1.000 Bände darüber schreiben oder es reicht, hier durch die Araberviertel zu gehen, die seit Jahrzehnten bestehen und für mich bis vor kurzem noch als eine malerische Alternative, ein Symbol unserer Toleranz galten. In Wirklichkeit ist es eine Massenmigration in Form einer kulturellen INVASION. Sie akzeptieren uns nicht, nein sie verabscheuen uns und es ist mittlerweile ein öffentlich erklärtes Ziel uns zu besiegen“.

Paris oder Frankreich allgemein, ist ein miserables Beispiel für Integration. Droht uns das jetzt auch? Hier ein Auszug aus DEUFRAMAT. Es steht für Deutsch-französische Materialien für den Geschichts- und Geographieunterricht. Originalzitat:

Es zeigt sich, dass große Unterschiede hinsichtlich der sozialen und wirtschaftlichen Integration der verschiedenen Ethnien bestehen. Insbesondere die Immigranten aus den nordafrikanischen Ländern stellen vielerorts Problemgruppen dar, nicht nur im Großraum von Paris. Das hat zu deutlichen Polarisierungen zwischen französischer und ausländischer Bevölkerung geführt, die allzu häufig auch rassistische Untertöne annehmen und regional immer wieder zu handfesten Auseinandersetzungen führen. Die Unruhen zu Beginn der 1980er und 1990er Jahre haben nicht nur in den Vorstädten von Paris das Ausmaß von regelrechten Straßenschlachten angenommen. Sie haben die Probleme mit den Ausländern in das öffentliche Bewusstsein gerückt, haben deutlich werden lassen, dass Frankreich zu einem sozialen Brennpunkt geworden ist, dessen Attribute u.a. Arbeitslosigkeit, Ausgrenzung, Armut, Einwanderung, Rassismus, Ausländerhass, Gewalt und Terror sind.

Auch Israel ist ein Beispiel, für die Machtlosigkeit von Politik. Unzählige US-Präsidenten mit all ihren Stäben haben gefühlt Tausende von Friedensgesprächen mit Israel und seinen arabischen Nachbarn geführt. Seit 30 Jahren, seit 40 Jahren, seit 50 Jahren. Was hat es gebracht? Unter dem Strich Nichts! Stattdessen hat Nordafrika einen Diktator nach dem anderen hervorgebracht, oftmals jahrelang hofiert von unseren Politikern und fürstlich unterstützt mit unseren Steuergeldern und Waffenlieferungen. Weil man das jeweilige Land für irgendetwas brauchte. Mit Erduan und seiner Türkei machen sie es gerade ganz genauso. Wenn der aber merkt, dass seine eigenen Allmachtsfantasien mit Europa doch nicht funktionieren, dann geht er andere Wege. Und dann gibt es ja noch die Schattenfürsten. Erst kam Osama bin Laden, jetzt haben wir die ISIS. International agierende Terrorgruppen, sehr lange unterschätzt. Was kommt noch?

Zu allem Überfluss schlägt sich jetzt, wo Europa dringender denn je zusammenhalten müsste, die EU auch noch selbst in Stücke: Frankreich, Holland, Polen und Ungarn rücken immer mehr nach rechts. England will weiterhin gern raus aus dem Bündnis, und Dänemark und Schweden haben ihre Grenzen dicht gemacht. Das Abkommen von Schengen bröselt auf. Vermutlich wird der alte Reisepass wieder groß in Mode kommen. Wer hätte das gedacht. Mein letzter ist schon weit über 10 Jahre abgelaufen. Aber das ist wohl das kleinste Übel. In einem Europa, in dem seit Silvester nichts mehr so ist, wie es einmal war. Was kommt, werden wir sehen.

Ich hab bis gestern geschwiegen, weil ich nicht wußte, wie ich nach der Weihnachtspause den Lohas-Blog neu beginnen sollte. Mit Informationen über Neues aus der Welt der Nachhaltigkeit? Das schien mir profan, angesichts der dramatischen Veränderungen in unserer Welt. Sich aber aus Angst verkriechen, sollten wir auf gar keinen Fall dulden! Das Leben geht weiter. Jetzt! Und morgen auch. Wir sollten alle gemeinsam etwas vorsichtiger sein und aufmerksamer. Dennoch: Bei einer Million neuen Einwanderern, machen die, die jetzt kriminell vorgeprescht sind nur einen Promilleanteil aus. Ganz viele Gute und nur sehr wenig Böse. Aber auch über die muss man reden dürfen und nicht alles mit dem Mäntelchen der Nächstenliebe zudecken, abdecken, totschweigen. Außerdem kann man die bisherigen Einwanderer nicht vergessen – rund 8,2 Millionen Ausländer lebten bereits in unserem Land bevor die große Welle 2015 überschwappte. Jetzt – bei ca. 9,4 Mio ist es aber langsam gut, finde ich. Jemanden von einem Boot zu retten ist eine Sache. Aber eine Million Menschen wirklich zu integrieren, ist eine völlig andere. Dumm ist nur, das Deutschland schon vorher das Geld fehlte – für Wohnungen, Schulen, Kindergärten, Straßen, Infrastruktur, Sicherheit, für Kultur und Sport. Und das in diesem Jahr auch weiterhin mehrere Hunderttausend Flüchtlinge erwartet werden. Prosit Neujahr, Frau Merkel!

Ich wünsche Ihnen Mut und eine friedliche Zeit | Det Mueller

 

 

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