Vorbilder: Die Wälder der Eifel-Gemeinde Hümmel

huemmel

Die Gemeinde Hümmel liegt etwa 13 Kilometer nordwestlich von Adenau und 10 Kilometer südlich von Bad Münstereifel. NRW und Rheinland-Pfalz berühren sich hier. Bad Münstereifel kennen viele Menschen; das hübsche Eifelstädtchen ist ein Luftkurort und hat einiges zu bieten. Am bekanntesten ist wohl die Tatsache, das Münstereifel eines der ersten deutschen ‚City Outlets‘ wurde – also keine künstlich geschaffene Shopping-Umgebung, sondern die volle Integration der gesamten Stadt in ein ‚Einkaufsparadies‘. Weniger bekannt ist, das nur 10 km weiter südlich, in der Gemeinde Hümmel ein unglaubliches Umdenken in den Köpfen der zuständigen Forstbewirtschafter stattgefunden hat…

Die Gemeinde Hümmel besitzt mit 743 ha Wald den Großteil der zu 50 % bewaldeten Gemeindefläche und ist eine der wenigen Kommunen, die vollständig auf Holzvollernter verzichtet und stattdessen mit Seil- und Tragschleppern, Waldarbeitern und teilweise sogar mit Rückepferden arbeitet. Zusätzlich ist das Rückegassennetz auf 40 m (in Deutschland sind 20 m üblich) gerastert, was weniger befahrene Fläche sowie geringere Rückeschäden an Bäumen zur Folge hat. Diese Wirtschaftsweise wurde durch den FSC anerkannt und entspricht den Kriterien der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft.

Der Forstbetrieb wurde zweimal (1996 und 1998) mit dem Sonderpreis der Verbandsgemeinde Adenau für ökologische Waldwirtschaft ausgezeichnet und war 2010 Bundessieger im Wettbewerb des ‚Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU‘) aus Bonn. [Der BHU gehört zu den ältesten Naturschutzorganisationen in Deutschland].

Außerdem unterhält der gemeindliche Forstbetrieb Hümmel einen Ruheforst; er wurde 2008 als einer von 365 innovativen und zukunftsweisenden Orten in Deutschland ausgezeichnet. Im Gegensatz zu anderen Bestattungswäldern wird der Ruheforst Hümmel weder jagdlich noch holzwirtschaftlich genutzt. Nach demselben Konzept wurde 2014 in Zusammenarbeit mit ForestFinance ein weiterer Urnenwald mit der Bezeichnung „FinalForest“ angelegt.

Viel Respekt und Wertschätzung hat wohl der Förster von Hümmel verdient: Peter Wohlleben wuchs in Bonn und Sinzig auf. An der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg wurde er zum Diplom-Forstingenieur ausgebildet. Nach einigen Jahren im Forstrevier in Hümmel kündigte er 2006 seine Beamtenstelle (auf Lebenszeit) in der Forstverwaltung und wurde von der Gemeinde als Förster angestellt. Dieser Schritt ermöglichte es ihm, mehrere kritische Bücher mit den Themenschwerpunkten Waldbau, Forstwirtschaft, Jagd und Umweltschutz zu veröffentlichen. Peter Wohlleben hat besonders mit seinem Buch ‚Das geheime Leben der Bäume‘ Verlag Ludwig, München 2015, viel Aufsehen erregt, kontroverse Diskussionen ermöglicht und schlussendlich aber auch bei zahlreichen Kollegen ein Umdenken hervorgerufen.

Erstaunliche Dinge geschehen im Wald: Bäume, die miteinander kommunizieren. Bäume, die ihren Nachwuchs, aber auch alte und kranke Nachbarn liebevoll umsorgen und pflegen. Bäume, die Empfindungen haben, Gefühle, ein Gedächtnis. Unglaublich? Aber wahr! – Der Förster Peter Wohlleben erzählt faszinierende Geschichten über die ungeahnten und höchst erstaunlichen Fähigkeiten der Bäume. 

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Bleiben Sie wertschätzend | Det Mueller

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